Wann ist die Grippeimpfung 2026 sinnvoll?

Grippeimpfung wird mit einer Spritze in den Oberarm verabreicht
Grippeimpfung am Oberarm. Foto: Polina Tankilevitch/Pexels.

Mit dem nahenden Herbst beginnt für viele Arztpraxen, Apotheken und Betriebe die Vorbereitung auf die neue Grippesaison. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wann die Grippeimpfung 2026 sinnvoll ist, wer sie nach den aktuellen Empfehlungen erhalten sollte und weshalb dafür jedes Jahr ein neu zusammengesetzter Impfstoff benötigt wird. Die Antworten sind wichtiger, als es der umgangssprachliche Begriff „Grippe“ vermuten lässt: Eine Influenza ist keine gewöhnliche Erkältung, sondern eine akute Virusinfektion, die besonders bei älteren Menschen, Schwangeren und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen schwer verlaufen kann.

Für die Saison 2026/2027 gibt es einen konkreten Anlass, die Empfehlungen neu zu prüfen. Das Robert Koch-Institut hat seine Informationen zur Influenza-Impfung am 10. September 2026 aktualisiert. Das Paul-Ehrlich-Institut teilte bereits am 27. August 2026 mit, dass die Stammanpassung für die neue Saison abgeschlossen ist und erste Impfstoffchargen freigegeben wurden. Die saisonale Nachfrage setzt daher typischerweise schon im September ein, obwohl der von der STIKO bevorzugte Impfzeitraum erst im Oktober beginnt.

Dieser Beitrag fasst den Stand vom 15. September 2026 allgemeinverständlich zusammen. Er erklärt Zielgruppen, Zeitpunkt, Impfstoffarten, Kosten, typische Impfreaktionen und häufige Missverständnisse. Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, insbesondere nicht bei Allergien, akuten Erkrankungen, Schwangerschaft, Immunschwäche oder einer komplexen medizinischen Vorgeschichte.

Für wen empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung?

Die saisonale Influenza-Impfung ist in Deutschland keine pauschale Standardimpfung für alle Altersgruppen. Nach der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut richtet sie sich vor allem an Menschen, bei denen eine Influenza häufiger zu Komplikationen führen kann, sowie an Personen, die besonders leicht gefährdete Menschen anstecken könnten.

Als Standardimpfung gilt sie für alle Personen ab 60 Jahren. Empfohlen wird sie außerdem für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Besteht aufgrund einer Grunderkrankung ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, kann die Empfehlung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel gelten. Eine individuelle Abstimmung mit der behandelnden Praxis ist dabei besonders wichtig.

Unabhängig vom Alter umfasst die Empfehlung Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Dazu zählen unter anderem chronische Krankheiten der Atemwege, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, bestimmte neurologische Erkrankungen sowie eine angeborene oder erworbene Immunschwäche. Ebenfalls genannt werden Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen.

Auch das Umfeld kann eine Indikation begründen. Wer im selben Haushalt lebt oder beruflich Menschen betreut, die bei einer Influenza besonders gefährdet sind und selbst nicht ausreichend geschützt werden können, kommt als mögliche Infektionsquelle in Betracht. Für medizinisches Personal, Beschäftigte in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr und weitere beruflich besonders exponierte Gruppen ist die Impfung ebenfalls vorgesehen. Neuere Empfehlungen beziehen außerdem Personen ein, die beruflich oder privat häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben haben.

Gilt die Empfehlung auch für gesunde Kinder und jüngere Erwachsene?

Für gesunde Kinder und gesunde Erwachsene unter 60 Jahren besteht in Deutschland keine allgemeine STIKO-Standardempfehlung. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Impfung grundsätzlich ausgeschlossen oder nutzlos wäre. Individuelle Risiken, der Beruf, das familiäre Umfeld und mögliche Satzungsleistungen der Krankenkasse können für die Entscheidung relevant sein. Eine persönliche Empfehlung kann daher von der allgemeinen Bevölkerungsregel abweichen.

Bei Kindern mit einer chronischen Grunderkrankung kann die Influenza-Impfung ausdrücklich empfohlen sein. Für Kinder und Jugendliche von zwei bis einschließlich 17 Jahren ist neben inaktivierten Impfstoffen auch ein abgeschwächter Lebendimpfstoff als Nasenspray zugelassen. Ob dieser geeignet ist, hängt von Alter, Erkrankungen, möglichen Gegenanzeigen und der jeweiligen Fachinformation ab. Bei klinischer Immunschwäche, schwerem Asthma oder einer Salicylat-Therapie ist der nasale Lebendimpfstoff beispielsweise nicht vorgesehen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung 2026?

Die STIKO nennt für die jährliche Impfung den Herbst und Winter, vorzugsweise den Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Dieser Zeitpunkt soll zwei Ziele verbinden: Der Impfschutz soll vor dem typischen Anstieg der Influenza-Aktivität aufgebaut sein, zugleich aber nicht unnötig früh im Jahr beginnen. Nach der Impfung benötigt das Immunsystem ungefähr 10 bis 14 Tage, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist.

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Ein fester Stichtag existiert nicht. Grippewellen können unterschiedlich früh beginnen und unterschiedlich lange dauern. In Deutschland lag ihr Höhepunkt in den vergangenen Jahren häufig nach dem Jahreswechsel. Deshalb ist eine im Oktober oder November durchgeführte Impfung in vielen Fällen gut terminiert. Wer den empfohlenen Zeitraum versäumt, sollte die Impfung nicht automatisch bis zum nächsten Herbst aufschieben. Solange die Grippewelle noch nicht begonnen hat oder noch andauert, kann auch eine spätere Impfung sinnvoll sein.

Eine Impfung im September ist nicht generell falsch. Bei geplanten Reisen, medizinischen Terminen, einer bevorstehenden Therapie oder organisatorischen Gründen kann eine frühere Entscheidung vertretbar sein. Entscheidend ist die individuelle Abwägung. Der übliche Zeitraum ab Oktober bleibt jedoch die offizielle Orientierung. Aktuelle Hinweise zur Aktivität der Atemwegserkrankungen veröffentlicht das RKI während der Saison fortlaufend.

Warum muss die Grippeimpfung jedes Jahr erneuert werden?

Influenzaviren verändern sich fortlaufend. Welche Varianten in der nächsten Saison voraussichtlich dominieren, wird international beobachtet. Auf dieser Grundlage empfehlen die Weltgesundheitsorganisation und europäische Fachgremien eine bestimmte Zusammensetzung. Die Hersteller passen ihre Impfstoffe anschließend an, und das Paul-Ehrlich-Institut prüft die Chargen vor der Freigabe für den deutschen Markt.

Für 2026/2027 war die Anpassung besonders umfangreich. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts vom 27. August 2026 mussten alle drei enthaltenen Virusstämme angepasst werden. Die in Deutschland angebotenen saisonalen Impfstoffe sind trivalent und richten sich gegen Varianten von Influenza A/H1N1, A/H3N2 und B/Victoria. Die frühere vierte Komponente aus der B/Yamagata-Linie wird nicht mehr benötigt, weil diese Linie seit Jahren nicht mehr nachgewiesen wurde.

Außerdem lässt der Schutz mit der Zeit nach. Eine Impfung aus dem Vorjahr ersetzt deshalb nicht die Dosis für die neue Saison. Bei Erwachsenen ist innerhalb derselben Wintersaison normalerweise keine zweite Dosis erforderlich. Eine Besonderheit kann bei Kindern bestehen, die zuvor noch nie gegen Influenza geimpft wurden; je nach Impfstoff und Alter können zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen vorgesehen sein.

Welche Impfstoffe stehen in der Saison 2026/2027 zur Verfügung?

Das Paul-Ehrlich-Institut führt für die Saison 2026/2027 mehrere zugelassene beziehungsweise vermarktete trivalente Impfstoffe auf. Dazu gehören klassische inaktivierte Spalt- und Untereinheitenimpfstoffe, ein zellkulturbasierter Impfstoff, ein Hochdosis-Impfstoff, ein Impfstoff mit dem Wirkverstärker MF-59 und ein nasaler Lebendimpfstoff für bestimmte Kinder und Jugendliche. Die Auswahl erfolgt nicht allein nach persönlicher Vorliebe, sondern nach Alter, Zulassung, STIKO-Empfehlung, Verfügbarkeit und möglichen Gegenanzeigen.

Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO einen Hochdosis-Impfstoff oder einen MF-59-adjuvantierten Impfstoff mit aktueller Stammzusammensetzung. Beide sollen die bei älteren Menschen oft schwächere Immunantwort verbessern. Welcher davon im Einzelfall verwendet wird, richtet sich nach medizinischer Eignung und Verfügbarkeit. Eine Liste der Impfstoffe und laufend aktualisierte Angaben zur Chargenfreigabe stellt das Paul-Ehrlich-Institut bereit.

Wie gut schützt die Impfung?

Die Wirksamkeit schwankt von Saison zu Saison. Sie hängt unter anderem davon ab, wie gut die ausgewählten Impfstoffkomponenten zu den tatsächlich zirkulierenden Viren passen, wie alt die geimpfte Person ist und wie leistungsfähig ihr Immunsystem reagiert. Ein vollständiger Schutz vor jeder Infektion ist daher nicht garantiert.

Trotzdem bleibt die Impfung die wichtigste spezifische Maßnahme zur Vorbeugung einer Influenza. Selbst wenn es zu einer Erkrankung kommt, kann sie das Risiko schwerer Verläufe und Komplikationen verringern. Allgemeine Hygienemaßnahmen ergänzen den Schutz, ersetzen die Impfung für Risikogruppen aber nicht. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, Lüften, Abstand zu erkrankten Personen und Husten oder Niesen in die Armbeuge.

Eine Influenza ist außerdem von einer gewöhnlichen Erkältung zu unterscheiden. Typisch ist häufig ein plötzlicher Beginn mit deutlichem Krankheitsgefühl, Fieber, trockenem Husten sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Eine Erkältung entwickelt sich oft langsamer und bleibt milder. Der Beitrag zur Ansteckungsdauer bei Erkältungen erläutert die Übertragung gewöhnlicher Atemwegsinfekte; für Diagnose und Therapie einer Influenza ist dagegen medizinischer Rat entscheidend. Einen amtlich geprüften Überblick zum Krankheitsbild bietet gesund.bund.de.

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Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen sind möglich?

Saisonale Influenza-Impfstoffe werden nach Angaben des RKI in der Regel gut vertragen. Nach einer Injektion können an der Einstichstelle vorübergehend Schmerzen, Rötung oder Schwellung auftreten. Möglich sind außerdem Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen, Frösteln, Schwitzen oder leichtes Fieber. Solche Impfreaktionen zeigen die Aktivierung des Immunsystems und klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.

Hochdosis- und adjuvantierte Impfstoffe können lokale und allgemeine Reaktionen etwas häufiger auslösen als Standardimpfstoffe. Beim nasalen Lebendimpfstoff kann vorübergehend die Nase laufen oder verstopft sein. Ernste unerwünschte Wirkungen sind von diesen erwartbaren Impfreaktionen zu unterscheiden und sollten medizinisch abgeklärt werden. Das Paul-Ehrlich-Institut ist in Deutschland für die Überwachung der Impfstoffsicherheit zuständig.

Ein verbreitetes Missverständnis lautet, die Spritze könne eine echte Grippe auslösen. Inaktivierte Influenza-Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Grippeviren und können daher keine Influenza verursachen. Erkältungsähnliche Beschwerden kurz nach dem Termin können eine normale Impfreaktion, eine zufällig zeitgleich auftretende Atemwegsinfektion oder eine bereits vor der Impfung erworbene Infektion sein. Hinweise zum sinnvollen Umgang mit erhöhter Körpertemperatur enthält der Ratgeber zum Fiebersenken; anhaltendes oder hohes Fieber gehört ärztlich beurteilt.

Wann sollte die Impfung verschoben oder vorher besprochen werden?

Bei einer fieberhaften Erkrankung ab 38,5 Grad Celsius oder einer schwereren akuten Infektion wird die Impfung üblicherweise verschoben und nach der Genesung nachgeholt. Ein leichter Infekt ohne Fieber ist nicht automatisch ein Ausschlussgrund. Ob der Termin stattfinden kann, entscheidet die impfende Fachperson nach dem aktuellen Gesundheitszustand.

Besondere Sorgfalt ist bei einer bekannten schweren Allergie gegen einen Impfstoffbestandteil erforderlich. Eine leichte Reaktion auf Hühnerei beim Essen schließt nach den RKI-Hinweisen nicht jeden Influenza-Impfstoff aus; bei einer schweren Allergie ist aber eine individuelle ärztliche Abklärung nötig. Es steht zudem ein in Zellkulturen hergestellter, hühnereiweißfreier Impfstoff zur Verfügung. Auch Immunschwäche, Schwangerschaft, gerinnungshemmende Medikamente und frühere auffällige Impfreaktionen sollten vor dem Termin genannt werden.

Wer übernimmt die Kosten?

Für gesetzlich Versicherte besteht ein Leistungsanspruch, wenn die Impfung in der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses vorgesehen ist. Diese setzt die STIKO-Empfehlungen für die gesetzliche Krankenversicherung um. Die Impfung der genannten Risiko- und Berufsgruppen wird damit grundsätzlich übernommen. Die jeweils geltende Fassung veröffentlicht der Gemeinsame Bundesausschuss.

Viele Krankenkassen gehen über die Pflichtleistung hinaus und bezahlen die Grippeimpfung als freiwillige Satzungsleistung auch für weitere Versicherte. Ebenso bieten manche Arbeitgeber eine betriebliche Impfung an. Da diese zusätzlichen Angebote variieren, empfiehlt sich vorab eine Auskunft bei Krankenkasse oder Arbeitgeber. Privat Versicherte prüfen den jeweiligen Tarif.

Wie lässt sich der Impftermin praktisch vorbereiten?

Vor dem Termin sollten Impfpass, Angaben zu regelmäßig eingenommenen Medikamenten und Informationen über bekannte Allergien vorliegen. Bei unklarer Indikation hilft der offizielle Grippe-Impfcheck des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit als erste Orientierung; die abschließende Einordnung erfolgt durch medizinisches Fachpersonal. Fehlende Impfdokumente sind kein Grund, eine Beratung ganz aufzuschieben, können die Beurteilung früherer Impfungen aber erschweren.

Nach der Impfung ist eine kurze Beobachtungszeit in der Praxis oder Apotheke üblich. Starke körperliche Belastung muss am Impftag nicht provoziert werden, normale Alltagsaktivitäten sind bei gutem Befinden meist möglich. Eine gut ausgestattete Hausapotheke kann bei gewöhnlichen Beschwerden hilfreich sein, Medikamente gegen Impfreaktionen sollten aber nicht vorsorglich ohne medizinische Empfehlung eingenommen werden.

Die Influenza-Impfung kann bei bestehender Indikation gleichzeitig mit anderen Totimpfstoffen verabreicht werden, wobei unterschiedliche Gliedmaßen genutzt werden. Das kann etwa bei einer gleichzeitig anstehenden COVID-19-Impfung relevant sein. Ob weitere Impfungen wie Pneumokokken, RSV oder COVID-19 angezeigt sind, hängt von Alter, Vorerkrankungen und bisherigem Impfstatus ab und wird separat beurteilt.

Typische Fehler bei der Entscheidung

Der häufigste Fehler ist die Gleichsetzung von Influenza und Erkältung. Wer nach einer Impfung trotzdem einen Schnupfen bekommt, hält die Impfung möglicherweise für wirkungslos, obwohl zahlreiche andere Atemwegsviren solche Beschwerden auslösen können. Auch ein Impfdurchbruch widerlegt den Nutzen nicht automatisch, weil die Schutzwirkung nie bei 100 Prozent liegt und schwere Verläufe dennoch seltener werden können.

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Ebenfalls problematisch ist die Annahme, eine einmalige Impfung schütze dauerhaft. Die Virusstämme und die Impfstoffzusammensetzung ändern sich, außerdem lässt die Immunantwort nach. Umgekehrt muss ein versäumter Herbsttermin nicht das Ende der Saison bedeuten. Eine Nachholung kann weiterhin sinnvoll sein, solange eine Ansteckungsgefahr besteht.

Schließlich sollte die Impfstoffwahl bei älteren Menschen nicht allein von der gerade verfügbaren Produktbezeichnung abhängen. Maßgeblich sind die aktuelle STIKO-Empfehlung, die altersbezogene Zulassung und die medizinische Eignung. Werbung, Erfahrungsberichte und Produktvergleiche ersetzen diese Kriterien nicht. Deshalb enthält dieser Wissensbeitrag bewusst keine Produkt- oder Kaufempfehlung.

Fazit: Rechtzeitig informieren, individuell entscheiden

Die Grippeimpfung 2026 ist vor allem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Erkrankte, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und bestimmte Kontakt- oder Berufsgruppen relevant. Als bevorzugter Zeitraum gilt Oktober bis Mitte Dezember, weil der vollständige Schutz etwa 10 bis 14 Tage Aufbauzeit benötigt und die Grippewelle in Deutschland häufig erst nach dem Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreicht. Ein späterer Termin kann dennoch sinnvoll sein.

Für die Saison 2026/2027 sind die Impfstoffe neu zusammengesetzt; alle drei enthaltenen Virusstämme wurden angepasst. Personen ab 60 Jahren sollen nach der STIKO-Empfehlung einen aktuellen Hochdosis- oder MF-59-adjuvantierten Impfstoff erhalten. Die konkrete Auswahl, mögliche Gegenanzeigen und die Kombination mit anderen Impfungen gehören in eine medizinische Beratung.

Die Entscheidung sollte weder aus Sorge vor einer gewöhnlichen Impfreaktion noch aufgrund einer vermeintlich zu spät verstrichenen Frist pauschal verworfen werden. Aktuelle amtliche Informationen, der persönliche Gesundheitszustand und eine fachliche Einschätzung bilden die verlässlichste Grundlage. Hilfreich ist außerdem ausreichend Schlaf, weil dauerhafte Schlafprobleme das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit belasten; Hintergründe dazu erklärt der Beitrag über Ursachen und Folgen von Schlafstörungen.

Häufige Fragen zur Grippeimpfung 2026

Die folgenden Antworten fassen häufige praktische Fragen für die Saison 2026/2027 zusammen. Bei individuellen Risiken gilt stets die Empfehlung der behandelnden oder impfenden Fachperson.

Kann man sich schon im September 2026 gegen Grippe impfen lassen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich, sobald ein geeigneter Impfstoff verfügbar ist. Die STIKO bevorzugt jedoch den Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Ein früherer Termin kann bei individuellen medizinischen oder organisatorischen Gründen sinnvoll sein und sollte bei Unsicherheit abgestimmt werden.

Ist eine Grippeimpfung im Januar noch sinnvoll?

Oft ja. Wer den Herbsttermin verpasst hat, kann die Impfung auch später nachholen, besonders wenn die Grippewelle noch nicht begonnen hat oder weiterläuft. Zu berücksichtigen ist, dass der vollständige Schutz erst nach ungefähr 10 bis 14 Tagen aufgebaut ist.

Brauchen gesunde Erwachsene unter 60 Jahren die Impfung?

Für diese Gruppe gibt es keine allgemeine STIKO-Standardempfehlung. Eine Indikation kann sich dennoch aus dem Beruf, engem Kontakt zu besonders gefährdeten Personen, einer individuellen Erkrankung oder anderen Umständen ergeben. Manche Krankenkassen übernehmen die Impfung auch außerhalb der Pflichtleistung.

Kann die Grippeimpfung eine Influenza auslösen?

Die üblichen inaktivierten Impfstoffe können keine Influenza auslösen, weil sie keine vermehrungsfähigen Grippeviren enthalten. Vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Frösteln oder leichtes Fieber sind mögliche Impfreaktionen und klingen meist rasch ab.

Welcher Grippeimpfstoff wird ab 60 Jahren empfohlen?

Für Personen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO einen Hochdosis-Impfstoff oder einen MF-59-adjuvantierten Impfstoff mit aktueller Stammzusammensetzung. Beide sollen die Immunantwort im höheren Alter verbessern. Die konkrete Wahl trifft die impfende Fachperson unter Berücksichtigung der Eignung und Verfügbarkeit.

Kann die Grippeimpfung zusammen mit einer COVID-19-Impfung erfolgen?

Bei bestehender Indikation können beide Impfungen am selben Termin gegeben werden. Sie werden dann an unterschiedlichen Gliedmaßen verabreicht. Ob beide Impfungen aktuell empfohlen sind, muss getrennt anhand von Alter, Vorerkrankungen, bisherigem Impfschutz und geltender Empfehlung beurteilt werden.

Bildnachweise: Beitragsbild „Grippeimpfung am Oberarm“ von Polina Tankilevitch auf Pexels, Foto-ID 5234490, Pexels-Lizenz. Bild „Ärztliches Gespräch mit einem älteren Patienten“ von Vitaly Gariev auf Pexels, Foto-ID 39192354, Pexels-Lizenz.

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