Ferienbeginn in Deutschland – Warum die Bundesländer unterschiedliche Termine haben

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Kaum endet in einem Bundesland das Schuljahr, sitzen Kinder in einer anderen Region noch mehrere Wochen im Unterricht. Während Familien aus Nordrhein-Westfalen bereits in Richtung Küste oder Süden aufbrechen, stehen in Bayern oder Baden-Württemberg womöglich noch Klassenarbeiten, Zeugnisse und Schulfeste an. Diese Unterschiede wirken auf den ersten Blick unnötig kompliziert. Tatsächlich folgen sie jedoch einem abgestimmten System, das pädagogische, organisatorische und verkehrsbezogene Gründe miteinander verbindet.

Deutschland besitzt keinen einheitlichen bundesweiten Ferienkalender. Die Schulpolitik gehört überwiegend zum Zuständigkeitsbereich der Länder. Daher können Baden-Württemberg, Sachsen, Hamburg oder das Saarland ihre Herbst-, Weihnachts-, Winter-, Oster- und Pfingstferien unterschiedlich verteilen. Lediglich die Sommerferien werden langfristig zwischen den Ländern abgestimmt. Doch auch sie beginnen nicht überall gleichzeitig. Mehr Informationen dazu auch unter https://ferienbeginn.com/

Die zeitliche Staffelung soll verhindern, dass die gesamte schulpflichtige Bevölkerung innerhalb weniger Tage in den Urlaub startet. Würden alle 16 Bundesländer zur selben Zeit die Schulen schließen, wären die Auswirkungen auf Autobahnen, Bahnhöfe, Flughäfen, Ferienregionen und Unterkünfte erheblich. Bereits heute entstehen an stark nachgefragten Reisewochenenden lange Staus und Engpässe. Ein gemeinsamer Starttermin würde diese Belastung noch verstärken.

Darüber hinaus muss der Ferienkalender zum Schuljahr passen. Unterrichtsabschnitte sollen nicht zu kurz oder unverhältnismäßig lang werden. Prüfungen benötigen ausreichend Vorbereitungszeit, Zeugnisse müssen erstellt und die Schulhalbjahre sinnvoll gegliedert werden. Auch Feiertage wie Ostern und Pfingsten verändern den möglichen Jahresablauf.

Die unterschiedlichen Termine sind deshalb kein zufälliges Nebeneinander, sondern das Ergebnis des deutschen Bildungsföderalismus und einer länderübergreifenden Abstimmung. Das System wirkt kompliziert, verteilt den Reiseverkehr aber über einen längeren Zeitraum und ermöglicht den Ländern, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

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Warum es keinen einheitlichen Ferienkalender gibt

Der deutsche Staat ist föderal aufgebaut. Bestimmte Aufgaben werden vom Bund wahrgenommen, andere liegen bei den Ländern. Nach Artikel 30 des Grundgesetzes ist die Ausübung staatlicher Befugnisse grundsätzlich Sache der Länder, soweit das Grundgesetz keine andere Regelung vorsieht. Zur Kulturhoheit der Länder gehört insbesondere die Verantwortung für das Schul- und Bildungswesen.

Damit entscheiden die Länder unter anderem über Schulformen, Lehrpläne, Prüfungsverfahren und große Teile der Ferienordnung. Ein Bundesministerium legt daher nicht zentral fest, wann in ganz Deutschland Oster-, Herbst- oder Weihnachtsferien stattfinden.

Bildungspolitik ist vor allem Ländersache

Die Zuständigkeit der Länder erklärt, warum sich nicht nur die Ferientermine unterscheiden. Auch Bezeichnungen und Aufteilungen sind regional verschieden. Was in einem Land Winterferien heißt, wird andernorts als Frühjahrsferien bezeichnet. Einige Länder planen einen längeren Ferienblock rund um Pfingsten ein, während andere nur einzelne unterrichtsfreie Tage vorsehen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Land vollkommen unabhängig handelt. Die Länder stimmen sich in der Kultusministerkonferenz ab, wenn gemeinsame Regelungen erforderlich sind. Das betrifft beispielsweise die Anerkennung von Schulabschlüssen und die langfristige Verteilung der Sommerferien.

Die offizielle Ferienregelung der Kultusministerkonferenz erklärt, dass die Sommerferien in einem mehrjährigen Rhythmus abgestimmt und beschlossen werden. Die übrigen Ferientermine bestimmen die Länder selbst und melden sie anschließend an das Sekretariat der Kultusministerkonferenz, das daraus bundesweite Übersichten erstellt.

Regionale Besonderheiten bleiben möglich

Die Länder können bei ihrer Planung regionale Traditionen, Feiertage und schulorganisatorische Anforderungen berücksichtigen. In Regionen mit ausgeprägten Karnevals- oder Faschingstraditionen können freie Tage anders verteilt sein als in anderen Teilen Deutschlands. Auch Pfingstferien besitzen nicht überall denselben Umfang.

Hinzu kommen besondere örtliche Regelungen. Für einige niedersächsische Nordseeinseln sowie für Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und die Halligen gelten bei bestimmten Ferien eigene Termine. Solche Abweichungen zeigen, dass der Schulkalender nicht nur bundeslandspezifisch, sondern in Ausnahmefällen sogar regional angepasst werden kann.

Wie viele Ferientage stehen den Ländern zur Verfügung?

Trotz der unterschiedlichen Kalender ist die Gesamtdauer der Schulferien nicht frei wählbar. Nach der gemeinsamen Ländervereinbarung beträgt sie während eines Schuljahres 75 Werktage einschließlich zwölf Samstagen. Zu dieser Summe zählen auch bewegliche Ferientage.

Die Unterschiede liegen daher vor allem in der Verteilung. Ein Land kann einen längeren Ferienabschnitt im Frühjahr vorsehen, während ein anderes mehr freie Tage im Herbst oder Winter einplant. Aus einem früheren oder späteren Sommerferienstart lässt sich nicht ableiten, dass Kinder insgesamt mehr oder weniger Ferien haben.

FerienbereichWer entscheidet?Typische Unterschiede
SommerferienLangfristige Abstimmung der Länder in der KultusministerkonferenzUnterschiedliche Start- und Endtermine
HerbstferienEinzelne BundesländerDauer von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen
WeihnachtsferienEinzelne BundesländerBeginn und Ende rund um Weihnachten und Neujahr
Winter- oder FrühjahrsferienEinzelne BundesländerNicht in jedem Land als eigener längerer Abschnitt vorhanden
OsterferienEinzelne BundesländerAbweichende Zeiträume vor und nach Ostern
PfingstferienEinzelne BundesländerGroße Unterschiede bei Dauer und Lage
Bewegliche FerientageNach Landesvorgaben teilweise Schulen oder SchulträgerAnpassung an regionale Feiertage und Traditionen

Pädagogische Gesichtspunkte bestimmen die Verteilung

Ferien sollen nicht ausschließlich freie Zeit schaffen. Sie gliedern das Schuljahr in Lern- und Erholungsphasen. Nach längeren Unterrichtsabschnitten benötigen Schülerinnen und Schüler Pausen. Gleichzeitig müssen genügend zusammenhängende Unterrichtswochen für Lehrpläne, Projekte, Klassenarbeiten und Prüfungen erhalten bleiben.

Die Kultusministerkonferenz berücksichtigt bei der Sommerferienplanung unter anderem, dass die beiden Schulhalbjahre in ihrer Länge nicht zu stark voneinander abweichen. Auch Zeugnisvergabe und Prüfungsverfahren benötigen verlässliche Zeiträume. Späte Oster- und Pfingsttermine können deshalb dazu führen, dass auch die frühesten Sommerferien später beginnen.

Weshalb die Sommerferien besonders geregelt werden

Die Sommerferien sind der längste zusammenhängende Ferienabschnitt. Ihre Mindestdauer beträgt sechs Wochen. Anders als die übrigen Ferien werden sie nicht allein von den einzelnen Ländern festgelegt, sondern langfristig in der Kultusministerkonferenz abgestimmt.

Der mögliche Gesamtzeitraum erstreckt sich grundsätzlich vom 20. Juni bis zum 15. September. Innerhalb dieses Korridors werden die Ferien so verteilt, dass verschiedene Regionen nacheinander starten. Die langfristige Regelung für die Jahre 2025 bis 2030 wurde bereits 2021 beschlossen. Damit erhalten Schulen, Familien, Arbeitgeber und Tourismusbetriebe mehrere Jahre Planungssicherheit.

Fünf Ländergruppen verteilen den Reiseverkehr

Für die Sommerferien sind die Bundesländer fünf Gruppen zugeordnet. Die Zusammensetzung soll die Bevölkerung möglichst gleichmäßig auf den gesamten Ferienzeitraum verteilen.

LändergruppeZugeordnete Bundesländer
Gruppe IBrandenburg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
Gruppe IIBremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Gruppe IIINordrhein-Westfalen
Gruppe IVHessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Gruppe VBaden-Württemberg und Bayern

Nordrhein-Westfalen bildet aufgrund seiner hohen Einwohnerzahl eine eigene Gruppe. Würde das bevölkerungsreichste Bundesland gemeinsam mit mehreren weiteren großen Ländern starten, wäre eine ausgewogene Verteilung schwerer zu erreichen.

Die Gruppen I bis IV wechseln sich in einem rollierenden System mit früheren und späteren Terminen ab. Auf diese Weise beginnt nicht jedes Jahr dieselbe Region zuerst. Baden-Württemberg und Bayern bilden eine Besonderheit und liegen regelmäßig am Ende des Sommerferienkorridors.

Warum Bayern und Baden-Württemberg spät starten

Der späte Beginn in Bayern und Baden-Württemberg wird gelegentlich als ungerechte Sonderbehandlung betrachtet. Hintergrund ist jedoch die Ferienstruktur beider Länder. Dort gibt es traditionell längere Pfingstferien. Zwischen diesen freien Tagen und den Sommerferien muss noch ein ausreichender zusammenhängender Lern- und Prüfungszeitraum liegen.

Würden die Sommerferien dort bereits im Juni oder Anfang Juli beginnen, blieben nach Pfingsten nur wenige Schulwochen. Das könnte Prüfungen, Leistungsnachweise und die Notenbildung erschweren. Daher erhalten beide Länder im rollierenden System regelmäßig den letzten Termin.

Ein später Ferienbeginn bedeutet somit nicht, dass Bayern und Baden-Württemberg mehr Unterricht oder weniger freie Tage hätten. Ein Teil der Ferienzeit liegt dort lediglich an einer anderen Stelle im Schuljahr.

Warum nicht alle Familien gleichzeitig starten sollen

Ein einheitlicher Beginn würde zwar den Kalender vereinfachen, hätte aber erhebliche Nebenwirkungen. Deutschland zählt Millionen Schülerinnen und Schüler. Zu ihnen kommen Eltern, Lehrkräfte und weitere Angehörige, deren Reisezeit an die Schulferien gebunden ist.

Wenn ein großer Teil dieser Menschen am selben Wochenende abreisen würde, träfen sehr viele Fahrzeuge, Bahnreisende und Flugpassagiere auf begrenzte Kapazitäten. Besonders stark wären klassische Ferienrouten in Richtung Nord- und Ostsee, Alpen, Mittelmeer und Nachbarländer betroffen.

Entlastung für Straßen, Bahnhöfe und Flughäfen

Die Staffelung verhindert Staus nicht vollständig. Sie verteilt die stärksten Reisewellen aber über mehrere Wochen. Die Kultusministerkonferenz nennt die Verringerung zu hoher Verkehrsbelastungen ausdrücklich als einen Grund für die zeitlich versetzten Sommerferien.

Auch für Familien bleibt eine sorgfältige Planung sinnvoll. Der Ratgeber zum Thema stressfrei den Urlaub planen zeigt, wie Reisedokumente, Gepäck, Route und Abfahrt rechtzeitig vorbereitet werden können. Wer nicht unmittelbar am letzten Schultag aufbrechen muss, kann häufig ruhigere Reisetage wählen.

Gleichmäßigere Nachfrage in Ferienregionen

Ferienorte könnten einen bundesweit gleichzeitigen Ansturm nur schwer bewältigen. Unterkünfte, Campingplätze, Restaurants, Freizeiteinrichtungen und Strände besitzen begrenzte Kapazitäten. Nach wenigen gemeinsamen Ferienwochen würde die Nachfrage anschließend schlagartig sinken.

Durch die Staffelung bleibt die Reisesaison länger. Hotels und Ferienwohnungen können ihre Zimmer über einen größeren Zeitraum auslasten, während Urlauber nicht ausschließlich um dieselben Anreisetage konkurrieren. Die Kultusministerkonferenz berücksichtigt deshalb neben pädagogischen Gründen auch die gleichmäßigere Nachfrage nach Urlaubsangeboten.

Welche Auswirkungen die verschiedenen Termine auf Familien haben

Unterschiedliche Ferienzeiten erleichtern die Verteilung des Reiseverkehrs, können den Familienalltag aber komplizierter machen. Das gilt besonders, wenn Eltern und Kinder in verschiedenen Bundesländern leben oder wenn Verwandte an den Kalender eines anderen Landes gebunden sind.

Auch Betriebe mit Beschäftigten aus mehreren Bundesländern müssen Urlaubsanträge koordinieren. Während manche Familien bereits zurückkehren, stehen andere erst kurz vor der Abreise.

Urlaub muss früh abgestimmt werden

Familien mit schulpflichtigen Kindern können längere Reisen in der Regel nur innerhalb der festgelegten Ferien unternehmen. Eine eigenmächtige Verlängerung der Ferien ist nicht erlaubt. Wer früher abreisen oder später zurückkehren möchte, benötigt eine schulrechtlich anerkannte Begründung. Günstigere Flüge oder eine bequemere Verkehrsverbindung reichen dafür normalerweise nicht aus.

Der jeweilige Kalender sollte daher früh geprüft werden. Anschließend können Urlaubstage, Betreuung und Reise gemeinsam geplant werden. Hilfreiche Anregungen zur Auswahl eines passenden Ziels bietet der Beitrag mit Tipps für einen gelungenen Familienurlaub.

Familien in Grenzregionen erleben besondere Schwierigkeiten

In Grenzgebieten zwischen zwei Bundesländern liegen Wohnort, Arbeitsplatz und Schule mitunter in unterschiedlichen Ländern. Beginnen die Ferien zu verschiedenen Zeiten, können gemeinsame Reisen mit befreundeten Familien oder Verwandten schwieriger werden.

Ähnliches gilt für getrennt lebende Eltern. Besucht ein Kind eine Schule in einem anderen Bundesland als Geschwister oder ein Elternteil, müssen Betreuungs- und Umgangszeiten an mehrere Ferienpläne angepasst werden. Die unterschiedlichen Kalender können dann einen höheren Abstimmungsaufwand verursachen.

Preise verändern sich mit den Ferienterminen

Reisepreise orientieren sich an der Nachfrage. Beginnen in mehreren bevölkerungsreichen Ländern gleichzeitig die Ferien, können Flugtickets, Mietwagen und Unterkünfte stärker nachgefragt sein. Ein früherer oder späterer Termin kann daher preisliche Unterschiede mit sich bringen.

Die Staffelung verteilt diese Nachfrage, hebt die Hauptsaison aber nicht auf. Besonders bei Unterkünften für Familien oder bei beliebten Campingplätzen ist eine rechtzeitige Reservierung ratsam. Der Ratgeber Camping mit Kindern behandelt neben der Vorbereitung auch die Anreise und den Aufenthalt mit jüngeren Familienmitgliedern.

Weshalb Ferien nicht jedes Jahr am selben Datum beginnen

Ferien werden nicht einfach auf ein festes Kalenderdatum gelegt. Wochentage, bewegliche Feiertage und die Länge der Schulhalbjahre verändern sich von Jahr zu Jahr. Ostern kann früh oder spät liegen, Pfingsten verschiebt sich entsprechend. Dadurch verändert sich der verfügbare Zeitraum zwischen den Ferienabschnitten.

Ostern und Pfingsten beeinflussen den Schulrhythmus

Liegt Pfingsten spät, verkürzt sich der Zeitraum bis zu möglichen frühen Sommerferien. Für Schulen müssen dennoch genügend Unterrichtswochen zur Verfügung stehen. Die Sommerferien können daher nicht beliebig früh beginnen.

Auch das Ende der Ferien wird so gewählt, dass der Beginn des neuen Schuljahres organisatorisch sinnvoll bleibt. Einschulungen, Abschlussprüfungen, Zeugnisse und Versetzungsentscheidungen benötigen verlässliche Abläufe.

Das rollierende Verfahren sorgt für Wechsel

Die Gruppen mit frühen und mittleren Terminen wechseln ihre Position innerhalb des Ferienkorridors. Dadurch soll keine Region dauerhaft nur frühe oder nur späte Ferien erhalten. Ein Land kann in einem Jahr bereits Ende Juni oder Anfang Juli starten und einige Jahre später deutlich später an der Reihe sein.

Der langfristige Plan erleichtert die Vorbereitung. Die aktuellen und künftigen Termine veröffentlicht die Kultusministerkonferenz in ihrem Ferienkalender. Dort sind auch bewegliche Ferientage sowie regionale Hinweise vermerkt.

Sind unterschiedliche Termine gerecht?

Ob ein früher oder später Termin als Vorteil empfunden wird, hängt von der persönlichen Situation ab. Frühe Ferien können Reisen ermöglichen, bevor in vielen anderen Ländern die Hauptsaison beginnt. Gleichzeitig endet die schulfreie Zeit dann bereits früher, während andere Familien noch Urlaub haben.

Späte Ferien bieten im August und September oft stabile Reisebedingungen, können aber mit hoher Nachfrage und heißen Unterrichtswochen vor Ferienbeginn verbunden sein. Keine Position im Ferienkorridor ist daher ausschließlich günstig oder ungünstig.

Früh und spät haben jeweils Vor- und Nachteile

Familien mit frühen Sommerferien profitieren teilweise von einer größeren Auswahl bei Unterkünften zu Beginn der Saison. Dafür können Wassertemperaturen oder Wetterbedingungen im Juni anders ausfallen als im Hochsommer. Später startende Länder erreichen Urlaubsziele mitten in der Hauptsaison, können aber bis in den September hinein verreisen.

Auch die Rückreise unterscheidet sich. Wer früh startet, kehrt häufig zurück, während viele andere Länder gerade abreisen. Spät reisende Familien kommen dagegen erst kurz vor Beginn des Herbstes nach Hause.

Vollständige Gleichbehandlung ist kaum möglich

Ein bundesweit identischer Termin wäre formal einheitlich, würde aber die praktischen Unterschiede zwischen den Ländern ignorieren. Feiertagskalender, Pfingstferien, Prüfungsphasen und regionale Schulstrukturen sind nicht überall gleich.

Das rollierende System versucht deshalb, nicht jedes Land in jedem Jahr gleichzustellen, sondern Belastungen über mehrere Jahre möglichst ausgewogen zu verteilen. Ausnahmen wie der späte Start von Bayern und Baden-Württemberg werden mit ihrer besonderen Ferienaufteilung begründet.

Wie Familien die unterschiedlichen Termine sinnvoll nutzen können

Die langfristige Veröffentlichung der Sommerferientermine ermöglicht eine frühe Reiseplanung. Unterkünfte lassen sich häufig viele Monate vorher reservieren, und auch Arbeitgeber können Urlaubszeiten rechtzeitig abstimmen.

Vor einer längeren Autofahrt lohnt sich neben dem Ferienkalender ein Blick auf die Ferienstarts benachbarter Länder. Beginnen mehrere Gruppen gleichzeitig, ist auf den wichtigsten Reiserouten mit höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Auch Ferien in den Niederlanden, Frankreich, Österreich, der Schweiz oder Italien können grenzüberschreitende Strecken belasten.

Für Fahrten mit Kindern sollten Pausen und ausreichend Zeit eingeplant werden. Bei empfindlichen Kindern helfen außerdem eine geeignete Sitzposition, leichte Verpflegung und regelmäßige Unterbrechungen. Der Beitrag über Reiseübelkeit bei Kindern erläutert, wie Beschwerden auf längeren Strecken vorgebeugt werden kann.

Fazit: Die Unterschiede folgen einem abgestimmten System

Die verschiedenen Ferientermine in Deutschland sind eine direkte Folge des föderalen Bildungssystems. Die Länder tragen die Hauptverantwortung für Schulen und entscheiden deshalb selbst, wie sie Herbst-, Weihnachts-, Winter-, Oster- und Pfingstferien verteilen. Dabei müssen sie sich an die gemeinsam vereinbarte Gesamtdauer der Ferien halten.

Bei den Sommerferien reicht eine rein regionale Planung nicht aus. Ihr langer Zeitraum und die hohe Zahl der Urlaubsreisen machen eine bundesweite Koordination notwendig. Deshalb stimmt die Kultusministerkonferenz die Termine langfristig ab und verteilt die Länder auf fünf Gruppen.

Das rollierende Verfahren verfolgt mehrere Ziele. Es soll Schulen verlässliche Lern- und Prüfungszeiträume sichern, den Reiseverkehr entzerren und die Nachfrage in Feriengebieten über eine längere Saison verteilen. Bayern und Baden-Württemberg bleiben wegen ihrer längeren Pfingstferien regelmäßig in der letzten Gruppe. Die anderen Gruppen wechseln sich mit frühen und späteren Startterminen ab.

Unterschiedliche Ferientermine bedeuten nicht, dass Kinder in einem Land grundsätzlich mehr freie Tage erhalten als in einem anderen. Verschieden ist vor allem die Lage der Ferienblöcke innerhalb des Schuljahres. Während ein Land mehr freie Tage rund um Pfingsten vorsieht, verteilt ein anderes die Zeit auf Winter- oder Herbstferien.

Für Familien bringt das System Vorteile und Herausforderungen. Einerseits werden extreme gemeinsame Reisewellen abgemildert. Andererseits müssen Reisen, Betreuung und gemeinsame freie Zeit früh abgestimmt werden. Besonders bei Wohn- und Arbeitsorten in verschiedenen Bundesländern kann der Kalender zusätzlichen Organisationsaufwand verursachen.

Ein vollkommen einheitliches Modell würde zwar einfacher erscheinen, könnte aber weder regionale Schulstrukturen noch die Belastung von Verkehrswegen und Ferienorten ausreichend berücksichtigen. Das heutige Verfahren ist daher ein Kompromiss: Die Länder behalten ihre bildungspolitische Zuständigkeit, während sie die Sommerferien gemeinsam so verteilen, dass Schule, Familienalltag und Reiseverkehr möglichst gut miteinander vereinbar bleiben.

Die wichtigsten Fragen

Die folgenden Antworten fassen die häufigsten Fragen zur Ferienregelung in Deutschland kompakt zusammen.

Wer legt die Schulferien in Deutschland fest?

Die Herbst-, Weihnachts-, Winter-, Oster- und Pfingstferien werden von den einzelnen Bundesländern festgelegt. Die Länder melden ihre Termine an die Kultusministerkonferenz, die daraus einen bundesweiten Ferienkalender erstellt. Die Sommerferien werden dagegen langfristig zwischen den Ländern abgestimmt und von der Kultusministerkonferenz beschlossen.

Warum beginnen die Sommerferien nicht überall gleichzeitig?

Die zeitliche Staffelung soll den Reiseverkehr entzerren und verhindern, dass Unterkünfte und Ferienregionen innerhalb weniger Wochen übermäßig belastet werden. Zugleich werden die Termine so gewählt, dass zusammenhängende Lern- und Prüfungszeiten erhalten bleiben. Dafür sind die Bundesländer fünf Gruppen zugeordnet.

Warum haben Bayern und Baden-Württemberg immer spät Sommerferien?

Beide Länder planen traditionell längere Pfingstferien ein. Zwischen diesen Ferien und dem Ende des Schuljahres muss genügend Zeit für Unterricht, Leistungsnachweise und Prüfungen bleiben. Deshalb liegen Bayern und Baden-Württemberg regelmäßig am Ende des Sommerferienzeitraums.

Haben alle Bundesländer gleich viele Ferientage?

Die Gesamtdauer beträgt nach der gemeinsamen Ländervereinbarung 75 Werktage pro Schuljahr, wobei zwölf Samstage und die beweglichen Ferientage eingerechnet werden. Unterschiede entstehen hauptsächlich dadurch, dass die Länder diese Tage verschieden auf die einzelnen Ferienabschnitte verteilen.

Können Schulen ihre Ferientermine selbst verändern?

Die regulären Ferienblöcke werden auf Landesebene festgelegt. Je nach Bundesland gibt es jedoch bewegliche Ferientage, deren genaue Lage teilweise von Schulen oder regional zuständigen Stellen bestimmt werden kann. Vollständige Ferienabschnitte dürfen einzelne Schulen nicht eigenständig verschieben.

Warum ändern sich die Ferientermine jedes Jahr?

Der Kalender verändert sich durch unterschiedliche Wochentage sowie bewegliche Feiertage wie Ostern und Pfingsten. Zudem wechseln sich mehrere Ländergruppen mit frühen und späteren Sommerferien ab. Die langfristige Regelung soll eine faire Verteilung ermöglichen und gleichzeitig ausreichend lange Unterrichtsabschnitte sichern.

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